01. Juni - der Feuerkreis - OOC
Am späten Abend saß ich mit den Gefährten am Feuer und wir ließen die Woche Revue passieren. Wir sprachen über Frekyas Strafe: Sie wurde dazu verdonnert, im Waisenhaus auszuhelfen und der Schmiedin Hani zur Hand zu gehen. Dass sie die Waisenkinder bereits mit Amazonen-Zwillen und Juckpulver ausgestattet hatte, sorgte für Erheiterung.
Die Suche nach dem „Grünpinkler“ blieb das große Rätsel; Anna hatte Prinz Lennards Haus erfolglos nach Farbresten abgesucht, woraufhin ich ihr den Hinweis auf Gretas Stand gab. Zudem erinnerten wir uns an die noch ausstehende Aufgabe der Audienz, einen Elefanten zu beschaffen. Als nächster fester Termin für unser Rollenspiel wurde der kommende Montag vorgemerkt, an dem Frekyas Schicksal im Zentrum stehen wird.
02. Juni 2023 - am Hafen
Später Abend am Hafen. Primus, Anna und Elamanu standen beisammen, als ich dazustieß. „Noch so spät unterwegs?“, fragte ich grinsend. „Ich genieße die frische Luft“, meinte Primus. „Ja“, erwiderte ich, „sie riecht herrlich nach Fisch.“ Elamanu war gedanklich noch bei der Herzogin und deren Badewasser. Man versicherte mir, es belaste zumindest nicht die Kanalisation. Das beruhigt ungemein.
Doch dann kamen wir auf Greta und Gerda zu sprechen. Anna war überzeugt, dass die Herzogin nicht erfreut sein würde, wenn sie hört, was die beiden verkaufen. Offenbar denken die Zwillinge darüber nach, eine Filiale am Marktplatz zu eröffnen – zwischen meinem Stand und dem von den Amazonen.
Ich lachte. Greta und Gerda hatten es faustdick hinter den Ohren. „Wenn die Amazonen mit Schlangen, Kröten und anderem Getier dort stehen dürfen – warum wir dann nicht?“, soll eine der beiden gesagt haben. Ein Argument mit erstaunlicher Konsequenz.
Ich gab zu, dass mir das „Hoheitswasser“ durchaus nützlich erschien. Seife ist schließlich immer gut. Und ganz ehrlich – die beiden halten mir so manchen verrückten Problemfall vom Hals. Es hieß, sie würden sich womöglich bei Prinz Lennard beschweren. Dass sie Bewohnerinnen Carimas seien und ebenso ein Recht auf einen Stand hätten.
Primus kündigte schließlich an, die Herzogin zu warnen. „Vor dem Gang auf den Lokus?“, raunte ich ihm nach. Sein Gesicht sprach Bände. Man wird ja wohl noch fragen dürfen?
04. Juni - Audienz
Bei bei der Audienz von Anfang Juni wurde es ungemütlich. Jungfer Blue berichtete von Greta und Gerdas betrügerischem „Geldbaum“ und Tinkturen, die Esel grün pinkeln ließ. Aber Dünger sollte man keinem Esel geben. Da hätte Blue die Tinktur auf eine Pflanze gießen müssen.
Die Schwestern behaupteten, den Dünger von einem unbekannten „Piraten“ erworben zu haben, der versprach, dass damit Geldbäume wachsen würden. Sie präsentierten einen Karren mit einem gewöhnlichen Bäumchen.
Meine Sorge galt eher den mysteriösen Brandspuren im Schloss. Meine Untersuchungen und die der Elfe Atalia ergaben, dass der dort gefundene Sand weder aus Carima noch aus Amazonien stammte – ein klares Zeichen für eine Dämonin, die mittels Portalen umherstreift.
Ich schlug der Herzogin vor, Weihwasser-Fläschchen mit Schutzzaubern zu präparieren. Dann war da noch Frekya, die ihre Buße im Waisenhaus damit begann, die Kinder prompt mit Amazonen-Zwillen und Juckpulver auszustatten.
Schließlich brach AnaKathy aus reiner Panik vor der dämonischen Erscheinung Firehand Vals zusammen – wobei ich später nur scherzte, dass ihr wohl eher Vals Schwefelgeruch die Beine weggezogen hatte.
07. Juni - vor der Taverne
An jenem Abend am Hafen von Carima überschlugen sich die Gerüchte: Die Leute erzählten von einem zehn Meter hohen Monster mit glühenden Augen, das ins Hafenbecken gesprungen sein sollte. Ich tat das Ganze als Seemannsgarn oder die Folge von zu viel Rum ab, auch wenn behauptet wurde, das Wesen habe Vieh gefressen und eine Jungfrau geschwängert...
Später, als Primus dazustieß, sprachen wir über die Ankunft des Elefanten „Lille“. Die Seereise war wohl recht turbulent, denn Frekya hatte ausgiebig „die Fische gefüttert“, während der Statthalter – entgegen früherer Pläne – lieber die Stadt hielt, statt mitzusegeln.
Als die meisten Gefährten sich zur Nachtruhe in die Taverne zurückzogen, blieb ich noch mit Leviathan und Elamanu am Tisch. Wir verstrickten uns in ein hitziges, aber amüsantes Wortgefecht über „taktvolle Ehrlichkeit“ versus „sozialverträgliche Lügen“.
Um die Gemüter zu beruhigen, spielten wir ein Spiel der gegenseitigen Wertschätzung, bei dem selbst die „alte Schuppe“ Leviathan ein paar fast schon freundliche Worte für mich fand. Schließlich verabschiedete ich mich in die Nacht, bevor seine Provokationen mich doch noch dazu brachten, meine Zauberkraft unsachgemäß einzusetzen.
15. Juni - Feuerkreis
Zukünftige Feierlichkeiten: Wir planten damals die große Sonnenwendfeier für den 28. Juni, zu der Einladungen bis nach Candoranien verschickt werden sollten. Susi feilte bereits an einer feierlichen Rede zu Ehren der Götter. Zudem gab es Berichte, dass eine andere Gemeinschaft am 24. Juni in Skorde die Sonnenwende feiern würde.
Der Tharareb-Stab: Eine hitzige Debatte entbrannte über den gefährlichen Schamanenstab. Während Frekya ihn begehrte, behauptete ich kurzerhand, ihn im Plumpsklo versenkt zu haben, um Schlimmeres zu verhindern. Wir diskutierten sogar über eine rituelle Vernichtung des Artefakts bei Afra, um dessen explosive Natur zu bändigen.
Terminänderungen: Ich erinnerte die Gefährten daran, dass die herzogliche Audienz an jenem Sonntag ausfiel. Stattdessen bereiteten wir uns auf eine „Poolparty“ vor – eine Expedition ins Wasserreich.
Nostalgie und Weltenbummelei: Wir schwelgten in Erinnerungen an reale Treffen aus dem Jahre 2009 und ich erwähnte mein eigenes Ehejubiläum mit Cani. Auch die Erkundung ferner Welten im OSGrid (Portal 4) war ein Thema, das uns beschäftigte.
Die Evolution der Spieler: Wir lachten über die verschiedenen Phasen eines Rollenspielers. Ich gestand ein, lange Zeit zur „Kategorie 2“ gehört zu haben – jenen, die alles viel zu ernst nehmen und andere wegen zu kurzer Röcke oder falscher Schuhe maßregeln. Ein neuer Name für das Chaos: Um Frekya ein wenig zu necken, erfand ich den Titel „Grünoscha“ (Grün-Ohr-Schamanin).
22. Juni - noch ein Feuerkreis
Obwohl ich an jenem Sonntag im Juni selbst nicht dabei sein konnte, berichteten mir die Gefährten am darauffolgenden Donnerstag am Feuer ausführlich von ihrem Ausflug.
Da die Herzogin auf Reisen war und die Audienz ausfiel, führten Anna und Blue die Gruppe stattdessen an verborgene Orte in Carima. Die Reise führte sie zunächst in eine Unterwasserwelt, in der sich die gesamte Gruppe tatsächlich unter Wasser befand. Dort begegneten sie einer Prinzessin dieser Welt, die – wie ich später anmerkte – an Land Beine bekommt. Diese Begegnung war Teil einer fortlaufenden Geschichte, die damit begann, dass zuvor eine Meerjungfrau bei einer Audienz „ausgestellt“ worden war.
Nach dem Besuch im nassen Element zog die Gruppe weiter zu den Zwergen, wo sie ein ganzes Dorf und ein dazugehöriges Bergwerk besichtigten. Während die anderen von diesen Wundern erzählten, war ich am Feuer hauptsächlich damit beschäftigt, die schwüle Hitze mit meinen Schneewolken zu vertreiben.
28.06. - Sommersonnnenwendfest
Es war ein wahrlich prächtiges Fest, das mit der Kunde eines großen Rennens begann. Schamanin Susi verkündete voller Stolz, dass eine Amazone namens Sandy, die Späherin der sieben Winde, den Sieg errungen hatte.
Wir ließen wir uns an der Tafel nieder, die unter der Last von Braten, Äpfeln, Spanferkel und süßem Gebäck fast zu bersten drohte.
Der Wein floss reichlich, und die Gespräche am Tisch waren so bunt wie das Volk selbst. Wir lachten über die Vorstellung, dass der Regen nur falle, wenn die Waldhüterin Blue singe oder die Schamanen ihre Stäbe unbedacht schwängen.
Sogar über meine Blutegel aus den südlichen Inseln sprachen wir – stolze 30 Zentimeter lang und von unschätzbarer Heilkraft, auch wenn das Thema manchen Gast eher erschreckte.
Ein besonderer Höhepunkt war die Begegnung mit Prinz Lennard von Lemond, der mit edler Geste eine Einladung zu einer Audienz am kommenden Sonntag aussprach.
Die Klänge der Musik ließen viele die Beine auf der Tanzfläche schwingen, von geschmeidigen Ballroom-Tänzen bis hin zu Yoh Shis wilden Bewegungen.

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