Donnerstag, 9. April 2020

Irgendwas ist da im Busch ...



Noch ein Brief erreichte uns, diesmal von Sir Levis Kompagnon:

Sehr geehrte Arai, 

ich hoffe, ihr könnt mir weiter helfen! Wir haben ein kleines Problem mir unserem Herrn. Er kam letzte Nacht hier her und schickte alle hinaus. 

Danach passierte etwas im Verkaufsraum, ein kurzer greller Blitz und darauf ein Knall. Der Raum ist total verwüstet. Als ich die Tür öffnete kam mir etwas entgegen, es schnellte zu Tür hinaus und verschwand. Ich hoffe man kann noch etwas retten auch wenn ich mir nicht sicher bin. Ich fand einen Obsidian, zerbrochen im Raum. Ich weiß allerdings nicht wofür er gut war.

gez. Mithrandir  


Wir machten uns auf den Weg zu Sir Levis Haus und grübelten derweil über den Brief. „Seltsam... was hälst du davon?“, fragte ich Canidio. Sie hatte sofort einen Verdacht: „Nicht das Nichneven schon hier war ... oder vielleicht der Kristall?“, „Nein, der Kristall war das nicht. Der kann sowas gar nicht. Der ist nur zum Heilen da. Aber Lady Nichneven? Das glaub ich auch nicht. Wahrscheinlich hat er irgendwas verbockt und es ist schief gelaufen.“, erwiderte ich.






Canidio stimmte mir zu. Von dem Verdacht, dass Lady Nichneven daran Schuld sei, konnte ich mich auch nicht ganz befreien. Aber ich tippte eher auf eine Verzweiflungstat. „Der hatte bestimmt Panik bekommen. So wie er sich letztens verhalten hat. Ich habe ihm doch im Grunde das Messer an die Kehle gelegt und so schnell wie er sich aus dem Staub gemacht hat ...“, meinte ich zu Canidio.

Meine Frau berichtete kurz wie paranoid sich Sir Levi verhalten hatte, als würde Lady Nichneven an jeder Ecke lauern. Ich betrauerte derweil, dass meine Vorbereitungen für die Strafarbeiten vielleicht umsonst waren. Doch meine Frau versicherte mir: „Wir werden ihn sicher finden und eines ist sicher: Seine Prüfung muss er auf jeden Fall machen.“

Als wir bei seinem Haus ankamen, war die Tür verschlossen und auch sonst keine Lösung für das Problem in Sicht. Vielleicht hat jemand einen Schlüssel?, grübelte ich und schlich mit Canidio zum Fenster. „Da ist eindeutig was Schlimmes passiert.“, stellte ich fest. Canidio erwiderte: „Ja... nur was? Ich kann Mithrandir verstehen... das er sich da wohl Sorgen macht.“ Ich fragte mich vor allem was Sir Levis Handlanger mit »Etwas ist hinausgehuscht« gemeint haben könnte, da sah ich es Canido an, dass ihr die gleiche Idee auf der Zunge lag.


Da bemerkte uns Mithrandir, der Gehilfe von Sir Levi und gewährte uns Zugang zum Ort des Geschehens. Das Ausmaß des Unglücks war wirklich verheerend. Der ganze Raum war schwarz, als hätte man Decke und Wände mit Teer getüncht und die Reste des Mobiliars lagen bunt durcheinander gewürfelt.

Ein verrußtes Buch und ein paar Bruchstücke eines dunklen Steins lagen auf dem Boden. Wir sackten die Fundstücke ein, um uns später ein näheres Bild davon zu machen. 



„Wir sollten uns vielleicht auch noch am Schiff umsehen. Vielleicht ein paar Leute fragen.“, meinte ich kurz entschlossen. Ein Zauberstein wie ein Obsidian oder Lady Nichneven - beide waren in der Lage so ein Chaos zu verursachen. Darüber waren Canidio und ich uns einig, aber wir brauchten mehr Hinweise. „Ja da  hast du recht... hmmm.. vielleicht treffen wir auch Jules.. vielleicht weiß sie etwas.“, warf Canidio ein.

Just in diesem Augenblick, (wenn man vom Teufel spricht) kam jemand ungesehen die Straße hinauf:

Jules Dreki:
*war auf dem Weg um zu berichten, und erstarrt kurz als sie die Arais erblickt, schleicht näher und versteckt sich hinter einen Baum*



Elyion Arai: Dieser kleine Halunke. Da will man ihm helfen und er macht sich aus dem Staub.
Jules Dreki: *wird mal wieder blass im Gesicht und der Magen meldet sich*
Canidio Arai: vielleicht musste er .... wir wissen noch nicht was passiert ist *horcht auf und seh zu elyion* hast du Hunger?
Elyion Arai: Komm.. hier können wir nichts mehr machen. Wir gehen zum Hafen. Wieso Hunger?
Jules Dreki: *huscht schnell zwischen die Büsche*

Canidio Arai: ja du hast recht... ich dachte ich hätte einen Magenknurren gehört
Elyion Arai: Ich hab nichts gehört. *zuckt mit den Schultern* Wir müssen Sir Levi auf jeden Fall finden. Bei der Explosion da drinnen .. so wie das ausgesehen hat... vielleicht ist er schwer verletzt?
Canidio Arai: vielleicht habe ich mich auch geirrt..., ja bevor ihn nichneven erwischt
Canidio Arai sieht Elyion erschrocken an.
Elyion Arai: Und wenn da ein Zauber schief gelaufen ist, dann weiß er vielleicht auch gar nicht mehr wer er ist oder Schlimmeres.
Canidio Arai: hoffen wir nicht das dies geschehen ist *seutzt kurz*
Elyion Arai: Los. Wir gehen zum Schiff.
Jules Dreki: *legt den Zeigefinger an die Lippen, und grübelt leise flüsternd* wenn, dann schnappe ich mir das Gold 

Jules Dreki: *duckt sich erschreckt als sie Zweige brechen hört*



Ich war schon ein gutes Stück weiter, als ich merkte, dass Canidio nicht mehr an meiner Seite war. Irgendetwas hatte sie mal wieder aufgehalten. Etwas brummig machte ich mich auf den Rückweg und krähte ihr verärgert entgegen: „Canidio? Was ist denn los? Kommst du oder willst du wieder die Blätter am Busch zählen?“ Sie deutete mir an, dass sie etwas im Busch gehört hatte. Wahrscheinlich war es nur ein Eichhörnchen, mutmaßte ich. Doch Canidio tippte da eher auf Sir Levi als plötzlich eine tiefe Stimme aus dem Dickicht kam...

Jules Dreki: Ich bin der Geist Sirs Levi. Hinfort mit euch! *rüttelt stärker an den Ästen* wagt es nicht. Bleibt fern sonst verschwindet der Kristall!
Canidio Arai legt den Kopf leicht schief, sieht zu Ely, dann zu dem Busch.
Jules Dreki: *schaut sich nervös um kann aber keinen gedeckten Weg zum entkommen sehen*
Elyion Arai sagt kein Wort und deutet an, dass er hinter dem Baum lang schleichen will.

Canidio Arai nickt leicht zu Elyion.. damit er weis das ich verstanden habe
Canidio Arai: Welchen Kristall meint ihr denn? *versucht abzulenken*
Jules Dreki: *duckt sich tief in das spärliche Geäst*
Elyion Arai legt den Stock in beide Hände, schleicht hintenrum durch die Büsche.
Jules Dreki: Welcher Kristall? Welche Fragen? Stellt tiefgründigere Fragen und ihr werdet Antworten finden
*rüttelt dabei wieder an den Ästen*
Canidio Arai: Ihr selbst erwähntet einen Kristall...
Elyion Arai: AHA! HÄNDE HOCH ODER IHR SEID DES TODES! *brüllt von hinten zu der zierlichen Gestalt vor sich*
Jules Dreki kreischt panisch auf.
Canidio Arai zuckt leicht zusammen als ich Elyion so brüllen höre.. er hat wohl jemanden entdeckt.
Jules Dreki: Lasst das! Nicht! HILFE
Elyion Arai läßt eine Flamme aus dem Stock züngeln.
Jules Dreki: *tritt langsam mit offenen Händen aus dem Busch hervor*


Wie ein gerösteter Bürzel wohl riecht? Aber ich kam nicht mehr zu dieser Erkennnis. Unser einfallsreicher Geist stand nun verlegen vor mir und beteuerte seine Unschuld. Canidio reagierte etwas stutzig, da Jules sich in den Büschen versteckt hatte und meinte, wir hätten Jules doch auch noch gar nicht beschuldigt. Ich machte noch eine Anekdote über einen brennenden Busch, aber dieser Vergleich war Jules wohl nicht bekannt. Somit beendete ich meine Drohgebärden und unterzog sie einem kleinen Verhör. Vielleicht kamen wir so unserem Ziel näher. 

Elyion Arai: Also... *eine bedeutungsvolle Pause macht* Der Geist von Levi, ja?
Jules Dreki: *seufzt und zuckt mit den schultern* mir ist nichts Besseres eingefallen
Canidio Arai grinst leicht und sagt dann leise: sie sieht nicht nach levis geist aus
Elyion Arai: Und den Kristall auch noch erwähnen. Das macht Euch aber sehr verdächtig...
Canidio Arai: ja da hat Elyion recht *zu jules seh*
Jules Dreki: *schaut scheinheilig aus der Wäsche* ihr habt es doch erwähnt das er gestohlen wurde. ich dachte ... ich wollte euch einfach Angst machen
Elyion Arai: Wir sollten Anna holen und sie im Kerker schmoren lassen bei Wasser und Brot. Bei so einer Tortur wird jeder gesprächig. Oder was meinst du? *zu Canidio zwinkert*
Canidio Arai verschränkt leicht die Arme und seh Elyions Zwinkern: ja du hast recht.. dort ist es auch sehr kalt und dunkel
Elyion Arai: Und die Ratten sind so groß wie Katzen! *schüttelt sich übertrieben*
Jules Dreki: *wird nun endgültig blass* ich wollte doch nur das ihr schnell weggeht. Denn ich habe vorgestern Abend diese seltsame dunkle Dame getroffen. Sie konnte nur Sir Levi suchen und sie schien gefährlich. Ich hatte doch nurAngst um euch.



Canidio war mit meiner Ausfragemethode am Ende doch nicht ganz einverstanden und fixierte mich mit einem merkwürdigen Blick. Sie beruhigte Jules, dass wir ihr kein Leid zufügen würden. Wir beschrieben ihr einige Details über Lady Nichnevens Äußerem und Jules bestätigte unsere Angaben. Währendessen verschlechterte sich Jules Zustand sichtlich. Wahrscheinlich eine Nachwirkung des Schocks, den ich ihr vorher verpaßt hatte. Sie fing sich wieder und ihre anfängliche Zurückhaltung verflog. Ein Missverständnis, dass nicht die Frau die Diebin war, wurde schnell aufgeklärt und plötzlich unterzog Jules uns einem kleinen Verhör. 

Jules Dreki: Hmm. und was hat der alte Gauner entwendet? Und wie kommt es das ihr überhaupt hier seid?
Elyion Arai: Wir haben Sir Levi gesucht für seine erste Strafe. *grinst*
Canidio Arai: wir kennen ihn schon sehr lange... *Jules genau im auge behält*
Elyion Arai: Er hat was sehr Wertvolles geklaut. Mehr braucht Ihr nicht zu wissen.
Jules Dreki: hmm. Aber was geht euch das an? Das kann euch doch alles egal sein *steckt ihr Hand in die Tasche und umklammert ihren Talisman den sie von Nyx bekommen hat*
Elyion Arai: Wohl kaum. Er hat den guten Ruf unserer Gilde beschmutzt und als mein ehemaliger Schüler hat er mir immer noch Gehorsam zu leisten.
Canidio Arai zieht eine Augenbraue hoch über Jules Antwort:  wir werden uns unseren Namen von ihm nicht weiter beschmutzen lassen

Elyion Arai: Unsere Gemeinschaft verlässt man nur horizontal, wenn man ins Gras gebissen hat.

Jules riß die Augen ganz überrascht auf, murmelte, dass sie wohl den falschen Boss erwischt hätte und verwehrte sich sehr gegen das Thema Magie. Ich hatte wahrscheinlich etwas zu dick aufgetragen, um dem Naseweis die ganze Tragweite der Geschichte begreiflich zu machen. Am Ende gab ich Jules die Nachricht mit auf den Weg, dass wir Lady Nichneven sprechen wollten, falls sie nochmal auftauchen sollte. Canidio gab mir noch zu verstehen, dass sie wüsste, wie man die Lady kontaktiere. Man merkte, dass sie sich wirklich Sorgen um Sir Levi machte. Dabei war ich eher der Meinung, dass er die Suppe lieber selbst auslöffeln sollte. 

 
Jules Dreki: *nickt Elyion zu* Wenn sie denn noch erscheint. Denn anscheinend hat sie doch bereits alles geregelt.
Canidio Arai: ich weiß, wo man sie finden kann Elyion *leise zu Ely sagt *
Elyion Arai: Das ist nicht gesagt. Sir Levi hat oft auch die Angewohnheit den Ärger selbst zu verursachen.
Canidio Arai: so war es das letzte Mal auch schon
Jules Dreki: nun wünschen wir niemanden etwas Schlechtes *grinst frech* es könnte auf uns selbst zurückfallen.
Canidio Arai bemerkt jules freches Grinsen.. doch bleit ruhig: die einen können es von sich abwenden.. andere  nicht
Elyion Arai: Wir werden uns jetzt weiter umsehen. Vielleicht finden wir noch etwas heraus. Und Euch behalte ich im Auge. *macht eine Geste mit zwei Finger von sich zu Jules*
Jules Dreki: *winkt ab* tut euch keinen Zwang an Sir. Aber mein Bierglas ist tabu. Da ist ehh immer wieder Rum drin *brummt* John der Mistkerl

Die letzten Worte von Jules fand ich etwas merkwürdig. Ich konnte deren Bedeutung nicht ganz einordnen. Aber vielleicht würde ich das Geheimnis noch lüften. Canidio interpretierte es im Zusammenhang mit den gesundheitlichen Problemen, die Jules während unseres Gespräches ab und an gezeigt hatte. 

Canidio Arai grinst leicht: dann solltet ihr vielleicht weniger Bier trinken... dann habt ihr nicht mehr solche Magenprobleme
Elyion Arai sieht Canidio fragend an.
Jules Dreki: *seufzt und lässt ihr Ame sinken und nickt dann schnell da es eine gute Ausrede ist* ja ja ihr habt ja recht. aber besser als brackiges Wasser aus dem Hafen.

Canidio Arai: Ich glaube es war Jules Magen und gerade hat sie sich ihn auch gehalten
Elyion Arai: Hmm. *brummt* Minze, Kamille oder Basilikum hilft da. So.. Canidio, auf auf. Wir haben noch zu tun.

Canidio Arai: Ja du hast recht Elyion *seh noch kurz zu Jules* achtet auf alles was euch seltsam vorkommt
Jules Dreki: *nickt und winkt den beiden hinter her* 



Elyion Arai beäugt Jules aus dem Augenwinkel und ist im Gehen begriffen. "Der Kerker ist doch gar keine so schlechte Idee..", noch zu Canidio meint.
Jules Dreki: *dreht sich um und füttert die Ratten im Busch*
Jules Dreki: Öörrrks ...!


War das jetzt die Antwort auf meine Einlage mit dem Kerker oder doch das brackige Wasser? Der Brunnen stand doch gleich um die Ecke?

Zugegeben, ich hatte das arme Mädchen ziemlich durcheinander gebracht und ein Kerker konnte schon eine bedrohliche Wirkung auf manch einen haben. Vielleicht war ihr wirklich die Angst auf den Magen geschlagen? Ich fand das nur allzu verständlich. Canidio teilte aber meine Vorstellung nicht, sie hatte da einen ganz anderen Verdacht ...


Dienstag, 7. April 2020

Erschütternde Ereignisse


Noch vor der Audienz erreichte Canidio ein wichtiger Brief:

Werte Leidensschwester Canidio, ich weiß nicht ob und welche Strafe ihr dem Basdart zukommen habt lassen! Doch es scheint in eher anzuspornen als abzuschrecken. 

Ich habe euren Rat befolgt und besser auf mein Umfeld geachtet. Bäume und Steine tauchen auf und verschwinden wieder, einige Zettel mit undefinierbarem Gekritzel etwas angesengt. 

Solltet ihr es ihm nicht klarmachen können so werde ich es tun. Dieses man ohne Gnade, ihr könnt ihn dann irgendwo in Avalon vom Baume holen! 

Hochachtungsvoll 

Nichneven

Vor einiger Zeit hatten Canidio und Lady Nichneven vereinbart, dass Canidio und ich die Vollstreckung seiner Strafe für den Diebstahl mehrerer Zauberutensilien übernehmen. Leviathan ist nämlich ein Halunke wie er im Buche steht und das ohne jegliches Gewissen. Täuschung und Hinterlist sind seine zweiten Vornamen.

Als ich bei der Audienz ankam, war Canidio in äußerst angespannter Gemütsverfassung und der Grund war natürlich Sir Levi. Ich war am Anfang ganz überrascht, weil Canidio hörte man sonst nicht so scharf knurren. Sie gab mir den Brief, doch ehe ich ihn lesen konnte, kam auch schon der Prinz auf den Podest und eröffnete die Audienz.




Ein paar Dinge muss ich aber zu dieser Audienz noch hinzufügen, die nicht aus diesem Schriftstück hervorgehen. Luba meinte z.B, dass Sir Levi keine Waren mehr vermisste und damit ist die Sache erledigt sei. Das wirft natürlich die brennende Frage auf: Was war geschehen? Die Woche davor war Luba wie besessen davon, dass Sir Leviathan Waren gestohlen worden seien. Woher der plötzliche Sinneswandel? Und dann die Sache mit dem Käsebrot. Luba würde sich so ausgiebig mit Essen aufhalten, wenn sie nicht etwas zu verbergen hätte. Im schlimmsten Fall war sie bestochen oder bedroht worden. Das ist wohl ein Punkt, dem ich in nächster Zeit vermehrt meine Aufmerksamkeit schenken werde.


Dann noch die Sache mit dem gestohlenen Kristall. „Ohne die Anleitung, wie man den Kristall wieder auflädt, ist er völlig nutzlos. Jeder Händler wird sicher nur ein paar Kuper dafür geben, weil er trübe ist. Somit hat es für den Dieb keinen Wert. Er sollte diesen mir lieber zurückgeben.“, erklärte ich auf der Audienz. Ich setzte noch eine saftige Belohnung aus. Das war Teil eins des Köders und den zweiten Teil legte ich danach noch aus: „Und mit der Anleitung ist der Kristall sogar in der Lage die Hälfte Eures Körpergewichtes in Gold zu verwandeln! Aber zum Glück habe ich diese Schriftrolle noch!“


Leider ging die Sache mit der Anleitung in dem Gewirr der Audienz etwas unter. Doch ich hoffe, den Dieb auf frischer Tat erwischen zu können, wenn ich die Falle mit der Anleitung auslege. Ansonsten bekomme ich den Kristall hoffentlich wieder im Austausch für die Belohnung.

Nafreda hatte in der Zeit Canidio im Blick, als sich plötzlich ein Beben ereignete. Aber als die Eingangstüre mit lautem Krachen zersplitterte und etwas Großes Schäden am Schloß verursachte, war allen klar - das war nicht natürlichen Ursprungs!

„Die Mutterspinne?“, fragte ich ganz entgeistert und Nafredas hämisches Grinsen bestätigte meinen Verdacht. Ich legte meinen Stab in beide Hände und war drauf und dran die Drow zu flambieren. Sie hatte natürlich ein Schutzschild parat und ihr Leibwächter nahm mich mit seinem Bogen ins Visier. 

„Nicht hier! Versuch ruhig zu bleiben!“, mahnte mich Canidio und bemühte sich mich von meinem Vorhaben abzuhalten. Das Säbelrasseln war nur von kurzer Dauer. In der Zwischenzeit machten sich die Leute schnell aus dem Staub. „Wir sehen uns wieder, Magier! Seid versichert und dann ist euer Schutzengel nicht dabei!“, warf Nafreda mir zornig entgegen, bevor sie den Platz räumte.

 

Drei Aufgaben für einen Halunken

Sir Levi versuchte sich auch heimlich aus dem Saal zu schleichen, da hielt ich ihm den Stab bedrohlich entgegen. Er zuckte kurz zusammen. Ich bemerkte meinen Fehler, fast hätte ich ihn mit einer Drow verwechselt. „Was soll das, werter Sir Elyion?“, fragte er mich und ich meinte, dass seine Aura etwas Unheilvolles ausstrahle.

„Sobald Elyion die Nachricht gelesen hat.. seid euch sicher, wir werden auf euch zu kommen.“, erklärte Canidio. Levi tat ganz unschuldig: „So? Dann könnt ihr mir ja berichten was los ist.“, „Ach die Nachricht!“, kam es mir in den Sinn und deutete auf Levi: „Die betrifft wohl ihn? Mal wieder?“ Canidio bejahte seufend und Levi machte eine abwiegelnde Handbewegung: „Als ob ich immer für alles verantwortlich wäre!“ Ich konterte mit einer harschen Bemerkung, dass nicht alles Zufall sei und Levi meinte entrüstet, er könne keiner Fliege etwas zuleide tun. Canidio knurrte ihn nur an: „Das ist eine Lüge!“

Just in diesem Augenblick kam Anna hereingestürmt und verkündete, dass Hoheit Elosina in Sicherheit verweile. Dann schmiss sie uns aus Sicherheitsgründen alle aus dem Saal. Jules war die Erste, die sich nach draussen drängelte. Also setzten wir unsere Konfrontation im Vorhof fort. Mit vorwurfsvollem Blick fixierte ich Levi und hielt ihm den Brief unter die Nase. „Ja, ich bin gerade nicht bester Laune. Ich hab da so ein paar Bruchstücke in Erinnerung, die sind auch nicht berauschend. Wenn ich das hier lese, dann erwartet mich wohl nur schlechte Kunde über Euch?“

Sir Levi blieb bei seiner beharrlichen Meinung, dass er ein anständiger Mann sei und überhaupt nicht wüsste, was wir von ihm wollten. Canidio erklärte, dass Lady Nichneven den Brief verfaßt hatte und las ihn vor. Dennoch - der Händler zuckte mit den Schultern, setzte gar seinen Hundeblick auf. „Ich bin mir keiner Schuld bewusst.“, gab er zu verstehen. Jules, die in einiger Entfernung sich mit dem Wolf beschäftigte, grinste in sich hinein.

Canidio verschränkte die Arme: „Sie würde nicht umsonst so wütend auf euch sein! Und lasst diesen Hundeblick! Der wirkt nicht bei mir!“,  knurrte sie Levi an. Der Händler begann den klaren Verstand der Briefverfasserin anzuzweifeln, da platzte mir sogar der Kragen; „Es gibt da einen schönen Spruch, der ist schon seit Urzeiten unter den Menschen geläufig: Was du willst, dass man dir nicht tu, das füg auch keinem anderen zu. Aber darüber denkt Ihr wohl wenig nach.“ Sir Levi schaute ungläubig drein.

„Ihr seid ein Halunke! Unter gewissen Umständen dulde ich sowas, aber Ihr würdet glatt Eure Großmutter verschachern - das geht so nicht!“, fuhr ich mit meiner Standpauke fort. Der Händler kratzte sich am Kopf: „Großmutter? Habe ich noch nicht versucht.“, erwiderte er trocken. Jules prustete einen Lacher hinter vorgehaltener Hand. Aber die beiden Magier standen nur mit finsterer Miene da.

Sir Levi gab noch einen abwertenden Kommentar von sich: „Was hat den die kleine Zicke wieder? Ist sie auf dem Nachhauseweg falsch abgebogen oder hat sie einen Baum übersehen?“ Dann ging mit dem Verhör in die Vollen:

Elyion Arai: Ihr habt die Frau hier ziemlich derb um lebenswichtige Utensilien erleichtert ? Schämt Ihr Euch deswegen gar nicht? *verständnislos dreinsieht* Und ich wollte Euch noch helfen!
Leviathan Blackadders: Lebenswichtig *laut sagt* Paa!
Elyion Arai: Ich hab Euch vertraut! *ganz entrüstet*
Leviathan Blackadders: Ich habe mich nur geschützt.
Elyion Arai: Soo nennt Ihr das?
Leviathan Blackadders: Und das eine war doch schon vergessen und wiederhaben wollte sie ihn auch nicht. Also was will sie?
Elyion Arai: Ihr könntet glatt der Dieb meines Kristalls sein! *mustert Levi mit einer übertriebenen Genauigkeit*
Leviathan Blackadders: *immer noch tut als ob er keine Ahnung hat*
Canidio Arai: Sprecht lieber selbst was ihr gemacht habt.. bevor ich euch dazu zwinge!
Leviathan Blackadders: Soll ich ihr ein Liebesgeständnis schnitzen? Die ist doch nur schlecht gelaunt weil ich besser war als sie!
Canidio Arai: So nennt ihr das nun auf einmal.. Ihr hattet sie bestohlen ... war es nicht so?
Leviathan Blackadders: Gestohlen nein nur anders verwahrt.

Unterdessen lauschte ein junges Fräulein während des Gespräches und hatte nicht damit gerechnet, dass auch ein zutraulicher Wolf einen bissigen Charakter haben kann. So stanzte er ein paar Löcher in die Hand von Jules. Aber von all dem bekamen die drei Kontrahenten nur wenig mit. Ich prüfte Sir Levi, ob er in dem Vorfall mit dem Kristall verwickelt war, doch erwehrte er sich nur gegen den Verdacht im Zusammehang mit Lady Nichneven. Canidio schien langsam am Ende ihrer Geduld:

Canidio Arai sieht zu Ely dann wieder zu Leviathan. Auf einmal kommt ein leises Knistern auf: Verwahrt.. ich kann es nicht glauben!
Leviathan Blackadders: Sie hat doch einen neuen? Was will sie mehr? *schaut auf Canis Aktion und macht einen Schritt zurück*
Elyion Arai: Aber Tatsache ist: Ihr habt Dinge entwendet, die sie hergestellt hat. Und Ihr habt sie verwertet für Eure Zwecke! Das nennt man wohl kaum verwahren. Dieses Wort bedeutet unversehrt lassen mit Zustimmung der Besitzerin!
Leviathan Blackadders: Er ist verwahrt in einer Kiste *so tut als ob das normal sei*
Canidio Arai versucht durch zu atmen damit nichts Schlimmes passiert: Wer ist in einer Kiste verwahrt?
Leviathan Blackadders: Na die äh der Federkiel!

Da hatte Leviathan anscheinend noch Mal Glück gehabt. Mit Canidio ist wirklich nicht zu spaßen, wenn sie einmal angefressen ist. Das kann ich nur aus eigener Erfahrung berichten. Sie hat mich sogar schon mal gezwungen zu baden, obwohl ich wirklich alle Mittel aufwartete, um zu entkommen. Aber das ist eine andere Geschichte. Die erzähle ich vielleicht einmal wenn ich zu tief in den Metbecher geschaut habe. Wo waren wir? Ach ja ..., die Strafe für Sir Levi.

Elyion Arai: Ihr hättet wirklich Glück gehabt! Sie wollte uns die Verantwortung übertragen, uns die Strafe.*legt den Kopf in den Nacken* Die Strafe wäre wirklich human ausgefallen. *ballt die Faust und betrachtet die Nägel* Aber jetzt... tja... das war wohl nichts.. Sie wird wohl noch Schlimmeres mit Euch machen..
Leviathan Blackadders: *dumm aus der wäsche schaut* Was? Die hat doch den falschen Pilz gefressen!
Canidio Arai tritt nun neben Elyion: Überlegt euch, was ihr machen wollt... Wir werden nicht immer wieder mit ihr wegen euch verhandeln.
Elyion Arai lächelt süffisant: Ich erinnere mich, dass da wer durchs Gras geschlängelt ist, aus Angst.. hab ich gehört..

Das hatte gesessen: Leviatian schaute ganz verdutzt drein. Aber in meinem Hohn hatte ich nicht bedacht, dass wir noch eine Lauscherin hatten und etwas über Sir Levi erfahren hatte, was eigentlich nicht an die große Glocke gehängt werden sollte. Ich genoß den Augenblick.

Leviathan Blackadders: Ihr müsst auch immer auf die Kleinen rumtreten! Wo ich doch so schwach und unschulig bin.
Elyion Arai: Ach...
Canidio Arai lacht los: Ihr schwach und unschuldig? Ich kann ja das nächste Mal einen frisch gewachsenen Baum fällen und zu Feuerholz machen.
Leviathan Blackadders: *zu canis worten meint* Pff!

Damit meinte Canidio die Vorliebe von Sir Levi als getarnter Baum andere Leute zu belauschen oder  um sich zu verstecken. Im Grunde war er eher ein Hasenfuß wenn es brenzlig wurde. Nachdem er Lady Nichtneven bestohlen hatte, war sie die ganze Zeit auf der Suche nach ihm, doch konnte sie ihn nie finden. Er ist wirklich ein Meister der Tarnung! Ich hatte noch eine Idee wie wir ihm eine Lektion erteilen könnten.

Elyion Arai: Hm... gut... es gäbe da noch Rettung...
Leviathan Blackadders: *bemerkt das er nicht vorwärts kommt* Was will sie ?
Elyion Arai: Aber das ist wirklich sehr vage...
Canidio Arai tritt neben Elyion und versucht tief durch zu atmen.
Leviathan Blackadders: *seufzt* Was will sie haben damit sie zufrieden ist?
Elyion Arai: Ach. *winkt ab* Ihr wolltet ja eh unsere Hilfe nicht.
Leviathan Blackadders: *etwas leise rummault*

Ich glaubte ihn am Haken zu haben. Seine Achillesferse war seine Angst vor der Strafe von Lady Nichneven. Das wollte ich mir zunutze machen. Derweil kochte in Canidio schon wieder die Wut hoch. Ich versuchte dennoch meinen Plan durchzuziehen:

Canidio Arai brüllt nun Levi an: Von mir bekommt sie nichts mehr!
Elyion Arai sieht Cani verschreckt an.
Leviathan Blackadders: *mit großen Augen Cani anschaut*Elyion Arai: Ja.. sie erwartet, dass wir Euch bestrafen...
Leviathan Blackadders: für was denn?
Elyion Arai: Für den Diebstahl von fremden Eigentum. Und wie Lady Tarina damals... damit kommt Ihr nicht davon.
Leviathan Blackadders: wegen eine FederElyion Arai: Die durfte noch mit der kleinen Bürste die Treppe putzen
Leviathan Blackadders: *gen tür schielt*
Elyion Arai: Eine verzauberte Feder. Sehr schwer zu bekommen.
Canidio Arai bemerkt was Lvi vor hat: Ihr bleibt hier!
Leviathan Blackadders: In der dieser kunst ist alles schwer zu bekommen. In unserer Kunst bekommt man nichts einfach so.
Canidio Arai: Und wegen euch durfte ich einer meiner wertvollen reinen Federn opfen?
Elyion Arai: Ich sag es ja erneut.. Ihr seid ein Halunke.
Leviathan Blackadders: sie war mit eine Feder zufrieden? *die schultern hängen lässt*
Canidio Arai knurrt leise: eine besondere Feder... welche man hier nicht bekommt.
Elyion Arai: Tja.. sie hat uns den Schuldschein verkauft... aber wenn wir die Frist nicht einhalten.. dann verfällt er...
Elyion Arai sieht Levi verkniffen an: Entweder wir.. oder die ewige Folter der Frau... das überlassen wir Euch.

Das war wohl zuviel für den guten Mann. Die Aussicht auf Strafe, egal in welcher Form, ließ ihn flüchten:

Leviathan Blackadders: *plötzlich scheint es als wollte er seine magischen Kräfte einsetzten*
Canidio Arai tritt neben Lvi und läßt die Magie fliessen, versucht seine zu unterdrücken: Reizt uns nicht noch mehr!
Elyion Arai versucht Cani zu hindern: Lass ihn. Er mag die Frau anscheinend... die drei Aufgaben will er sicher nicht machen.. im Austausch von lebenslanger Verfolgung...
Leviathan Blackadders: *reisst die Ame hoch und sagt irgendwelche magischen Wörter laut und deulich worauf ein dunkle Wand zwischen Cani und ihn entsteht und rennt Richtung Schlossküche*
Canidio Arai bringt ihre Magie zum Erliegen und sieht Elyion ruhig an.
Elyion Arai  sieht Levi nach, wirft ihm ein magisches Echo hinterher, die die Worte noch mal nachhallen lässt.
Canidio Arai schleudert Leviathan ihre magie nach und hofft, dass sie ihn noch erreichtElyion Arai versucht noch Canidio aufzuhalten, aber hat nicht mit der Gewalt der Kraft gerechnet.
Elyion Arai: Bist du von Sinnen?
Leviathan Blackadders: *tritt die tür auf und verschwindet mit samt dem maigischem energieball
Elyion Arai blafft Cani an.
Canidio Arai sieht verlegen zu Elyion: Ich wollt nur verhindern, dass er flieht.
Elyion Arai: Er hätte es sich wenigstens noch überlegen können...
Canidio Arai: Er wird sicher wieder kommen... Er hat sicher nicht Lust sich sein ganzes Leben lang zu verstecken.
Elyion Arai: Na gut..DU suchst die Lady auf... du hast das ausgeheckt.. du löffelst das auch aus.
Canidio Arai: Na gut *mit den Schultern leicht zuckt*  sie kann ihn haben.. falls sie ihn findet 
Elyion Arai: Wenn sie drauf eingeht.. dann versuch noch eine Frist rauszuschlagen und sicher ihr zu, dass wir magisch jedes Detail der Strafen ihr zeigen...
Canidio Arai nickt leicht:  Oder so.. ja du hast recht... ich hoffe, sie lässt sich erneut beruhigen.

Als Sir Levi dann verschwunden war, machte sie auch die Lauscherin schnell aus dem Staub. Es bleibt also nun abzuwarten, was Canidio schafft auszuhandeln und ob Sir Leviation sich eines Besseren besinnt und uns erneut aufsucht...


Montag, 6. April 2020

Bei einem Becher Rosennektar

Es ist jetzt knapp eine Woche vergangen seit wir den Kristall erschufen um damit die Königin der Elben zu retten. Der Kristall war immer noch verschwunden und die ersten Spuren führten ins Leere. Canidio und ich machten uns auf den Weg ins Elbenreich, um uns nach dem Befinden von Elosina zu erkundigen.



Sie war noch etwas schwach auf den Beinen, aber gemessen an ihrer schweren Verletzung, war das ein gutes Zeichen. Sie war auch recht zuversichtlich und ließ es sich nicht nehmen uns zu einem Schluck Rosennektar einzuladen. Canidio wollte sie fast schon in Watte packen, aber ich zügelte etwas ihre Bemühungen. Bewegung ist schließlich essentiell um einen optimalen Heilungsprozess zu gewährleisten.

Zu unserer Überraschung waren wir nicht die Einzigen, die Elosina aufgesucht hatten. Die Kommandantin wollte sich genauso vergewissern, wie es der Königin wohl ging. „Zum Glück haben wir den Kristall direkt nach der Herstellung angewandt. Sonst wäre er vielleicht da schon verschwunden.“, erzählte ich den anderen.  Anna hakte nach und ich gestand, dass der Kristall weg war. Die Königin war besorgt, dass der Kristall gefährlich sei. Aber ich konnte die Bedenken zerstreuen. Gefährlich wurde er erst wenn man ihn mit negativer Energie auflud und das konnte nur ein hochrangiger Zauberer. Dafür war der Kristall dennoch nicht geeignet. Er sollte ja heilen und dafür brauchte man ihn nur ein paar Tage in die Sonne packen bis er glühte.



„Habt ihr einen Verdacht?“, erkundigte sich Elosina und Canidio erzählte, dass ihr es so vorgekommen wäre, als wäre uns  an dem Abend nach der Audienz jemand hinterhergeschlichen. Elosina zweifelte etwas an meinem Verstand, ob ich ihn nicht vielleicht verlegt hätte. „Es war jemand, der wußte, dass ich was verstecke. Ich habe den Kristall in eine leere Flasche verwandelt und in einer Kiste unter den Holzdielen versteckt. Die Flasche war weg und die Kiste stand auf dem Fußboden. Die hat ganz sicher jemand geklaut.“, bemerkte ich dazu.  „Barad“, murmelte Elosina.

Wir sinnierten noch eine Weile darüber wer dafür verantwortlich sein könnte. Anna meinte, es müsste jemand gewesen sein, der bei der Heilung dabei war. Aber ich konnte mich beim besten Willen nicht mehr an all die Gesichter erinnern.  Ebenso unklar war das Motiv des Diebes. „Wissen die Drow von dem Kristall?“, frage Elosina und wir kamen überein, dass es eher unwahrscheinlich sei, dass die Drow den Kristall so hinterhältig geklaut hätten.



Anna hatte ein erstaunlich gutes Gedächtnis und zählte all die Namen der Reihe nach auf. Ich warf ein, dass alle die auf den Audienzen anwesend waren, auch von dem Kristall wußten. Schließlich hatte ich von den Steinen erzählt, die wir zur Herstellung des Kristalls brauchten.


Zwei Namen fielen besonders in der Runde - John und Jules. Anna erzählte, ihr war das besonders große Interesse der Beiden an dem Kristall aufgefallen und die Tuschelei der Beiden untereinander war ihr nicht geheuer. Sie hatte wohl auch beobachtet, dass Jules  den Boden nach den Resten der Edelsteine abgesucht hatte. „Jules und John flüstern doch ständig? Die Beiden sind bestimmt ein Pärchen ...“, mutmaßte ich. Canidio nahm sich vor die Beiden ein Mal näher unter die Lupe zu nehmen. Anna zweifelte daran, dass die Beiden die Diebe waren. Sie war fest davon überzeugt: „Etwas wegnehmen aus dem Haus anderer? Sowas würde John sicher nicht tun!“



Wir kamen überein, dass wir dem Dieb eine Falle stellen müssten. Elosina war schon drauf und dran noch einen größeren Kristall als Köder zu nutzen. Aber das fand ich selbst zu offensichtlich. „Ich habe ja gesagt, dass man den Kristall wieder aufladen muss. Mit einer kleinen Lüge könnte ich dafür sorgen, dass man versucht die Anleitung zu klauen.. oder etwas ähnliches.“ Man fand, das wäre eine sehr gute Idee.

„Wenn ihr Hilfe braucht, wendet euch an mich.  Ich weiß auch nicht, inwieweit euer Prinz verlässlich ist.“, meinte Elosina zu mir und teilte damit meine Sorge. „Nein, den Prinzen ziehe ich nicht ins Vertrauen. Der ist ein ... wenig nachlässig.“, korrigierte ich schnell. „Er lässt den Drow viel freie Hand, wie mir Elamanu erzählte.“, erwiderte die Königin. Canidio bejahte dies und ließ einen Moment ihrem Argwohn freien Lauf.


Ich hatte schon die Befürchtung, dass das Thema »Prinz« sich noch in die Länge ziehen würde, aber Elosina wechselte schnell zu einer guten Nachricht: „Ich werde die Grenzen für die Bewohner Carimas wieder öffnen lassen, für die Drow bleiben sie zu.“ Somit war der Abend doch noch zu einem positiven Abschluss gekommen.




Wir tauschten noch ein paar Floskeln über einen guten Heimweg und wie sehr wir die Hilfe untereinander schätzten, aus dann machte sich jeder auf in Richtung Bettchen.

Mittwoch, 1. April 2020

Abendliche Begegnungen

Es ist schon einige Zeit her, dass ich mit einigen Aufzeichnungen begonnen habe, aber vielleicht wird es langsam wieder Zeit.

Es trug sich an einem Montag Abend im Vorfrühling zu ...

Elamanu, Anna, Blue, John und Jules unterhielten sich gerade, als Canidio und ich auf den Marktplatz dazu kamen. Es ging um irgend was, dass ich nicht einordnen konnte. Ich schnappte nur ein paar Phrasen über dunkle Gestalten und zwei Jahre Kerker auf. Blues Einwurf, Johns Bier zu trinken wäre wohl eher eine Strafe, führte mich zu dem Schluss: Niemals Johns Bier probieren!




Jules verhielt sich an diesem Abend auch sehr merkwürdig. Vielleicht war es ihre übertriebene Höflichkeit oder ihr nervöses Gebaren. Selbst Canidio und John hakten nach, aber sie beharrte darauf, dass alles in Ordnung sei. Als ich fragte, ob ich irgendetwas verpasst hätte, lenkte man schnell das Thema auf den Schutzkreis, den Canidio und ich um das Drow-Tor installiert hatten. „Ich darf ja das Ding nicht einäschern. Seine Majestät hat es mir ja untersagt. Das ist auch irgendwie verdächtig ...“, meinte ich in die Runde.

Blue beschwerte sich über ihren eingeschlossenen Zwerg. Ich meinte, er könne natürlich jederzeit den Kreis verlassen, was mit allgemeinem Gelächter quittiert wurde. „Ich fass da nicht rein!“, erwiderte Blue schnell. Ich versuchte ihre Bedenken etwas zu zerstreuen. „Da passiert nichts. Naja.. vielleicht könnte es passieren, dass Euer Urin drei Tage leuchtet. Aber mehr auch nicht. Immerhin spart Ihr die Kerze, wenn Ihr nachts aufs Örtchen müsst.“, erklärte ich, doch keiner wollte so recht diesen Vorteil für sich beanspruchen. Blue machte sich plötzlich bei  dieser Vorstellung schnell aus dem Staub.



Canidio hatte darauf eine hervorragende Idee, als sie Jules ansah: „Wollt Ihr es nicht versuchen? “. Der Vertrauensbonus, den Canidio bei Jules hatte,  und von John angestachelt zu werden, schienen dabei Wunder zu bewirken: Sie betrat mutig den Kreis. „Der Schutzkreis soll nur das Böse im Innern halten, aber es schadet sonst niemandem.“, versicherte ich erneut und Jules verließ erleichtert den Kreis.

„Na siehste Angsthase, passiert nix.“, meinte John grinsend zu Jules. „ ... war nur etwas warm an den Beinen.“, erwiderte sie. Sie hatte sich doch hoffentlich nicht in die Hose gemacht? Die Gruppe lobte fleißig ihren mutigen Einsatz. Das konnte ich natürlich nicht so stehen lassen und warf schnell ein: „ Ach... eine Kleinigkeit hab ich da ja noch vergessen ... eine winzige Nebenwirkung: Es könnte da so ein Schwanz wachsen wie bei einem Esel.“ Das hatte gesessen! Die verschreckten Gesichter zu sehen und wie Jules panisch ihr Gesäss untersuchte, da wars um mich geschehen: Ich brach in schallendes Gelächter aus!


John amüsierte die Situation ungemein und er schlug vor Jules bei ihrer Untersuchung behilflich zu sein. „Warte zieh mal die Hose aus. Ich schaue nach.“, schlug er vor. „Geh mir nicht an die Wäsche. Das ist meine Hose!“, giftete Jules zurück. Canidios Entrüstung folgte auf dem Fuße. Während John seine Unschuld beteuerte, kamen die Handgreiflichkeiten dazu. Wie es schien, hatte ich mit meinem Scherz eine Welle losgetreten ...

Jules Dreki: *haut John auf die Finger* lass das du Finke.
John Blacky: warum haust du mir auf die Finger?
John Blacky: habe nix gemacht
Jules Dreki: *verzieht den Mund* geh mir nicht an die Wäsche. Das ist meine Hose!
John Blacky: grinst
John Blacky: ich weiss, mir würde  diese net passen lacht
Canidio Arai zieht eine augenbraue hoch: vielleicht solltet ihr euch ein wenig benehmen john
John Blacky: vllt sollett ihr mal genuer hinschauen mylady
John Blacky: ich war weit weg
John Blacky: solange arme habe ich nicht
John Blacky: vllt will jules das ich ihr an die wäsche gehe
John Blacky: aber nein
Jules Dreki: *schnüffelt an der buchse* ihhh. *schmeisst sie john mitten ins gesicht*
John Blacky: au - jetzt schlägs  13
Canidio Arai ist erst einmal ruhig als ich seh das jules sich wehren kann
Elyion Arai: Oha... *zieht den Kopf ein*
John Blacky: noch einmal und ich hau euch den Hosenboden voll

John Blacky: aber sowas vonJules Dreki: und ich wickle das drecksteil dir um den kopf. *brummt wütend* wie wärs mal mit waschen? das stinkt 3 Meilen gegen den Wind
John Blacky: pah *lässt jules  stehn und dreht sich um*
John Blacky: ghet mir aus den augen kleines
Jules Dreki: *verschränkt die Arme und wendet sich ebenfalls von John ab*
John Blacky: ihr seit nicht weit genug weg
John Blacky: mindestes 3 meilen
Jules Dreki: *wendet nur ihren kopf in johns richtung* mit gegenwind ist erträglich.
Jules Dreki: *seufzt und schaut zu john* ist ja gut. gib die buchse morgen in die wäsche. ich werd sie abholen lassen.


Anna war dann die Rettung in der Stunde der Not: „Hat man noch was gehört von dieser Lady Nafreda?“, fragte sie und die Gruppe verneinte dies. Worauf sie sich nach dem Wohlergehen der Elbenkönigin erkundigte und Elamanu berichtete, dass sie sich noch ausruhe. Jules hatte sich bei der Frage nach Nafreda fast verplappert, konnte ihre Panne trotz Canidios Nachhaken schnell noch korrigieren und schob Sir Levi als Alibi in den Ring. Damit war das Thema beendet.

Einige Bedenken wechselten die Runde, dass das Monster noch unterwegs sei und Nafreda alles zuzutrauen sei. Doch machte man sich auch gegenseitig Mut und bot Elamanu Hilfe an, wenn etwas sein sollte. Da platzte es aus Elamanu heraus: „Euer Prinz ist der Meinung, das das Elbenreich zu Carima gehört, so soll er es schützen!“, doch Anna und Canidio versuchten die Wogen zu glätten. „Ela, Prinz Lennard ist ab und zu verwirrt. Er denkt ab und zu, dass er die Krönung von Carima ist, aber das ist er nicht.“, meinte Anna und Canidio fügte hinzu: „Mir kommt der Prinz immer wieder leicht überfordert vor.“.  „Er ist nicht in der Lage, die Steine der Drow zu verhindern oder etwas zu unternehmen. Wir Elben werden unsere Schlüsse daraus ziehen!“, erwiderte Elamanu harsch und warf noch ein, die Elben hätten schon viele Herrscher kommen und gehen sehen.



Anna erklärte entschlossen: „Herzogin Jil ist die Herzogin von Carima und hat alles zu sagen.“, und dass der Prinz keinesfalls das Sagen über das Elbenreich hätte. Canidio kommentierte dazu, dass der Prinz nur die Vertretung inne hätte, so lange die Herzogin nicht zugegen war. Elamanu argumentierte: „Wenn er nichts zu sagen hat, so soll er schweigen!“ Damit nahm das Gespräch so richtig Fahrt auf.

Jules warf die Steuerlast mit ins Rennen, wegen der die Seeleute am Hafen wohl stöhnten, doch John belehrte sie eines Besseren. „Die Seemänner stöhnen wegen was anderem Jules, net wegen der Steuer.“, und ich kam nicht umhin auch noch einen kleinen Tipp in diese Richtung zu geben. Das Ergebnis war, dass Jules knallrot wurde und John entgegen zischte: „Du und deine schmutzige Phantasie. Die gehört auch in die Wäsche!“

Die Kommandantin löste die unbehagliche Situation auf, als sie erzählte wie der Vater von Königin Linde das Bündnis mit den Elben besiegelt hatte und vertraglich festgelegt worden war, dass sie jederzeit auf die Hilfe des Königreiches Carima bauen könnten. Elamanu konstatierte, dass der Prinz sich keinesfalls daran hielt und die Drow einfach gewähren ließ. Canidio seufzte leise: „Er kennt die Drows leider nicht... “ und die Elbin antwortete: „..oder er kennt sie sehr gut und verfolgt eigene Pläne.  Vielleicht bereitet er etwas vor und rechnet auf die Hilfe der Drow?“ Damit hatte sie einen wirklich interessanten Gedanken aufgeworfen. Führte Lennard wirklich irgendetwas im Schilde?

Canidio und ich versicherten in der Runde, dass wir das auf keinen Fall so stehen ließen, wenn der Prinz über die Stränge schlagen würde. Anna sehnte bereits die Rückkehr der Herzogin herbei und überlegte sich schon einen Notfallplan. „Der Prinz ist ein netter Mann aber er lässt sich zu schnell beeinflussen durch die Drows. Es wäre besser, wenn seine Frau wieder kommt -Prinzessin Sharmila. Da hat er Angst vor. Mehr Angst als vor den Drows.“, gestand die Kommandantin.




„Warten wir ab und hoffen wir, dass wir schnell reagieren, wenn es hart auf hart kommt.“, beendete ich den Verlauf dieses ernsten Gespräches. Canidio pflichtete mir bei. „Wir müssen alles gut in Augen behalten“, meinte Anna noch abschließend.

Darauf verließ Jules die Runde und ich machte einen kurzen Abstecher in die Büsche, um ein paar Pflänzchen zu düngen. Ich beeilte mich, um den weiteren Ablauf dieser Unterhaltung nicht zu verpassen. Aber es kam, wie es kommen musste: John hatte einen kleinen Seitenhieb parat und unterstellte mir, dass meine Schnelligkeit aus dem Volumen meiner Blase resultiere. Das konnte ich nicht so auf mir sitzen lassen und war drauf und dran den Hintern von John zu flambieren. Aber er schlug schnell einen thematischen Haken und fragte mich, wie mein Tag gewesen sei.

Ich beließ es bei einer Verwarnung und erzählte von den merkwürdigen Vorkommnissen in meinem Atelier - Gegenstände waren verrückt und einige Heilpflanzen beschädigt. Schnell ging das Rätselraten reihum, ob jemand sich vielleicht Zugang zu meinen Räumlichkeiten verschafft hätte. John beharrte erstaunlicherweise darauf, dass es womöglich eine Frau gewesen sein könnte, was natürlich die Verwunderung der anderen Beteiligten hervorrief.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine Ahnung was wirklich passiert war. Erst am nächsten Morgen wurde das Unglück offensichtlich: Der Kristall war weg! Dabei hatte ich den Kristall gut getarnt als leere Flasche unter den Dielen versteckt. Wer auch immer dieser dreiste Dieb ist - ich werde ihm die Ohren lang ziehen und ... !!!







Ein ganz normaler Juni ... ( Juni 2023)

01. Juni - der Feuerkreis - OOC Am späten Abend saß ich mit den Gefährten am Feuer und wir ließen die Woche Revue passieren. Wir sprachen üb...